Carlos Moran Ical
Dürrenstein 2015
Feuerritual
Asindi Rex We
Mural (|dq|Wandmalerei|dq|)

Hebammen – die Hüterinnen des Lebens

Der Verein Motz´ Maya unterstützt - in Zusammenarbeit mit der guatemaltekischen Schwesterorganisation Asindi Rex We - die traditionellen Hebammen Guatemalas mit dem Hebammenrucksack, der medizinisches Basismaterial enthält, um ihre Arbeit zu erleichtern. Ein Hebammenrucksack kostet rund 300 Euro und enthält u.a. von einer guten Taschenlampe über Stethoskop, bis hin zu Scheren und Desinfektionsmaterial. Er ist so gestaltet, dass er gut zu transportieren ist und alles Notwendige enthält.

Hier die Übergabe des ersten Hebammen Rucksacks von Österreich durch Humberto Moran Ical an Donia Rosaria 

Entrega de mochila por Humberto Moran Ical Coordinador Region Norte Rex We

 

Bitte helfen Sie uns, die traditionellen Maya Hebammen Guatemalas zu unterstützen!

Warum?

Die Mayabevölkerung Guatemalas leidet nach wie vor unter schlechter medizinischer Versorgung, vor allem auch im Mutter-Kind Bereich. Sie sind ungefähr 6 Millionen Menschen oder 60% der guatemaltekischen Bevölkerung. Während die Kindersterblichkeitsrate der Maya bei Kindern unter 5 Jahren bei 51 pro 1.000 Lebendgeborenen liegt, ist sie 33 bei 1.000 Lebendgeborenen bei nicht-Maya Frauen. Im Vergleich dazu - in Österreich beträgt diese Rate 3,6.

Hüterinnen des Lebens

In der Schwangeren-, Geburts- und Neugeborenen Versorgung in Guatemala, nehmen die traditionellen Maya Hebammen eine große Verantwortung auf sich. Entsprechend ihrer Berufung, betreuen sie rund 70% die Schwangeren und Gebärenden im ländlichen Raum, ohne Entgelt dafür zu verlangen. In ihren realen Lebensumständen bedeutet das, oft viele Kilometer lang auf steilen Wegen durch Nacht und Wind zu marschieren, um ihr Ziel zu erreichen – und es fehlt meist am Notwendigsten, da sie arm sind. Daher bitten wir Sie, die Maya Hebammen zu unterstützen!

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Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, soll das allgemeine Curriculum der Hebammen Guatemalas interkulturell erweitert werden, um die Schwangeren, und Mutter-Kind Versorgung zu verbessern. Dies beinhaltet die Überarbeitung des Lehrplans, Schulungen des medizinischen Personals, und der traditionellen Hebammen, sowie die Erarbeitung eines Registrierungssystems für die traditionellen Hebammen. Es wurden bereits positive Kontakte diesbezüglich mit dem guatemaltekischen Gesundheitsministerium geknüpft.

Trad Hebemmen

  • Direkte Zielgruppe: 150 Personen – Hebammen und Personal des Gesundheitsministeriums, zusätzlich die Personen die durch die Öffentlichkeitsarbeitskampagne erreicht werden.
  • Indirekte Zielgruppe: Ca.3 Millionen Maya in Guatemala, in den Bundesländern mit dem höchsten Anteil von Maya Bevölkerung (Huehuetenango, El Quiché, Alta Verapaz y Totonicapán)

 

Die Kosten:

Maya Projektleitung und Administration vor Ort 24 Monate 7.400,00
Hebammenrucksäche 100 Stück 30.000,00
Überarbeitung Hebammenlehrplans mit den Maya Hebammen 5 landesweite Treffen mit 100 traditionellen Hebammen 5.890,00
Schulungen des Gesundheitspersonals und Druck der Unterrichtsmaterialien Schulungstreffen mit Personal des MSPAS 3.995,00
Gesamtkosten für 2 Jahre 47.285,00


In Guatemala existiert eine indigene Bevölkerung von ungefähr 6 Millionen Menschen, was rund 60% der Bevölkerung entspricht. Die wichtigsten Gruppen sind: Achi’, Akateco, Awakateco, Chalchiteco, Ch’orti’,Chuj, Itza’, Ixil, Jacalteco, Kaqchikel, K’iche’, Mam, Mopan, Poqomam, Poqomchi’,Q’anjob’al, Q’eqchi’, Sakapulteco, Sipakapense, Tektiteko, Tz’utujil, Uspanteko, Xinka y Garífuna. Es gibt bis heute keine landesweite Statistik über die indigenen Völker, und vor allem fehlen Daten über indigene Frauen.

Der Bericht der Menschlichen Entwicklung von 2008 zeigt auf, dass 73% der Indigenen arm sind, und von ihnen 26% in absoluter Armut leben, im Vergleich zu 35% Armen bei den nicht-Indigenen (von denen nur 8% In absoluter Armut leben). Trotz alledem ist die ökonomische Teilhabe indigener an der Gesamtökonomie bei 61,7% während die nicht Indigenen 57,1% beitragen. Die Unterernährung der Kindern liegt bei 34% und der Analphabetismus bei 41,7%. Dies Rate steigt in den Departements von Quiché, Alta Verapaz, Huehuetenango, San Marcos, Totonicapán, Baja Verapaz und Sololá sogar auf 61%, und bei den Frauen bis zu 87,5%.

Sexuelle und Reproduktive Gesundheit

Die Ausgangssituation im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte der Indigenen Völker lässt sich folgender Maßen beschreiben:

“Die Marginalisierung indigener Völker ist das Resultat historischer Prozesse von Diskriminierung, Exklusion, kultureller Assimilation und Enteignung ihrer Ressourcen, inklusive ihrer Länder und des traditionellen Wissens. Die Verfassungsmäßige Anerkennung der indigenen Völker und der gesetzliche Schutz ihrer Kultur und Identität ist das Fundament um eine gleichberechtigte und nachhaltige Entwicklung zu schaffen, bei der die Diversität und die kollektiven Rechte indigener Völker anerkannt werden. Die Unterstützung der kollektiven Rechte indigener Völker ihre eignen Gesundheitssysteme im beriech ihres integralen Rechtes auf Gesundheit weiterzuführen, sowie die Pflicht der Staaten medizinische Versorgung zu bieten, die zugänglich, akzeptable und qualitativ gleichwertig ohne jegliche Diskriminierung ist, ist der richtige Zugang im Bereich der reproduktiven und sexuellen Gesundheit und Rechte.

Die Entmachtung und Diskriminierung, inklusive die nicht Berücksichtigung in den öffentlichen Politiken und in den staatlichen Budgets sind die zwei strukturellen Faktoren die viele indigen Völker vom Genuss ihrer reproduktiven und Sexuellen Rechte ausschließen.”[1]

Wie bei der Internationalen Konferenz von Kairo und dem Aktionsprogramm von Kairo festgelegt (1994) sind die reproduktiven Rechte Menschenrechte die schon in verschiedenen nationalen Gesetzen und internationalen Menschenrechtskonventionen u.a. Übereinkommen anerkannt sind. Sie beruhen auf dem grundlegenden Gesetz, dass sich alle Paare und Individuen frei und verantwortlich über die Anzahl, dem Intervall zwischen den Geburten ihrer Kinder entscheiden können, und die Informationen und Mittel dazu haben müssen; sowie das Recht den höchsten möglichen Standard im Beriech der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu genießen. Das inkludiert auch das Recht Entscheidungen über die Reproduktion zu treffen, frei von Diskriminierung, Nötigung oder Gewalt – wie in den verschiedenen Menschenrechtsdokumenten festgelegt.[2]

Die sexuellen und reproduktiven Rechte sind eine Teil einer Konstellation von zivilen, politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechten die für jedes Individuum relevant sind, um die Kontrolle über die eigne Sexualität zu haben, und ein befriedigendes sexuelles und reproduktives Leben zu führen. Diese Reche sind in den internationalen MR-Dokumenten, frauenrechten, Deklaration der UN über die Rechte indigener Völker (UNDRIP) festgelegt. Im Besonderen, aber nicht nur, in den Artikeln 21,22,23 und 24 dieser Konvention sind direkt relevant in Bezug auf die reproduktiven Rechte indigener Völker.

Guatemala hat noch immer die schlechtesten Werte im Bereich der reproduktiven Gesundheit und die größten Disparitäten von ganz Lateinamerika, vor allem zwischen indigenen und mestizischen Frauen.[3]

Qualitative Studien beweisen, dass indigene Menschen noch immer sehr großer rassischer Diskriminierung in den offiziellen staatlichen Gesundheitsinstitutionen Guatemalas ausgesetzt sind, wo in erster Linie mestizisches (Ladino) Personal arbeitet. Sie sprechen keine indigenen Sprachen, und viel indigene Menschen haben kein Vertrauen zu den modernen Gesundheitsmethoden[4] und ziehen die traditionelle, kulturell passende, Geburtsbetreuung vor, während und nach der Geburt vor.

Die allgemeine Fruchtbarkeitsrate in Guatemala ist von 5,6 Kindern pro Frau im Jahr 1987 auf 4,4 im Jahr 2002 gesunken, so wie auch die Kindersterblichkeitsrate gesunken ist. Aber es gibt große ethnische Unterschiede – die Fruchtbarkeitsrate indigener Frauen lag bei 4,5 im Jahr 2008/2009 versus 3,1 bei mestizischen Frauen. Die Kindersterblichkeitsrate bei Kindern unter 5 Jahren lag bei 51 pro 1.000 Lebendgeborenen bei den indigenen Frauen, und bei 33 bei 1.000 Lebendgeborenen bei den mestizischen Frauen.

Andere Aspekte im Bereich der reproduktiven Gesundheit, die auf die strukturelle Diskriminierung zwischen Ladinas und Indigenen Frauen Einfluss haben, sind die Fähigkeit Spanisch zu sprechen, die Anzahl der Schuljahre, das Einkommen, Wohnort und Zugang zur Elektrizität.

Kontakt:

Verein Motz´ Maya (ZVR 742043710)

Dr. Barbara Kühhas (Obfrau), Pocksteinerstrasse 41, A-3340 Waidhofen/Ybbs

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[1] Inter-Agency Support Group on Indigenous Peoples´ Issues: Thematic Paper towards the preparation of the 2014 World Conference on Indigenous Peoples. Sexual and reproductive Health and Rights of Indigenous Peoples, June 2014.

[2] ICPD Program of Action, 1994, paragraph 7.3.

[3]Kanako Ishida, Paul STupp, Reina Turcios-Ruíz, Daniel B. William and Evelyn Espinoza: Ethnic Inequality in Guatemalan Women´s Use of Modern Reproductive Health Care (Volume 38, Number 2, June 2012).

[4]So z.B. sind in Guatemala 30% der Geburten in Kliniken Kaiserschnitte, und es wird von indigenen Frauen Zwangssterilisierung während der Geburt befürchtet (was z.B. in Mexiko in den 80er Jahren noch Gang und Gebe war).